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Kategorie: " Rahmenbedingungen "

10. Oktober 2018 | 10:23 Uhr | Astrid Fiedler

Todesfall im Unternehmen – wie damit umgehen?

Ein Todesfall in der Praxis bringt Aufregung in das Team. Wenn es sich um einen Patienten handelt, ist die Aufregung meist relativ schnell vergessen. Handelt es sich bei dem Todesfall aber um eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter, dann muss neben den ganz praktischen Dingen, die erledigt werden müssen, die Trauer verarbeitet werden. Dazu gehört aus meiner Sicht die Würdigung der/s Verstorbenen, das Zulassen des Schocks und des Schmerzes über den Verlust, sowie viel Zeit.

Oft scheint es einfacher zu sein mit der Arbeit fortzufahren, als stehenzubleiben und zu spüren, was ist, denn die durch den Tod hervorgerufenen Emotionen können überwältigend sein.
Lässt man sie nicht zu, legen sie sich irgendwann wie ein dunkelgrauer Mantel auf die Seele aller Mitarbeiter. 

Ein Todesfall ist sowohl für Vorgesetzte als auch für Mitarbeiter eine große Herausforderung, bei der niemand so richtig weiß, wie man sich angemessen verhalten kann. Doch es lohnt sich, diese Herausforderung sehr menschlich und zeitnah anzunehmen, denn je weniger Zeit für Trauerarbeit, desto länger haben die meisten Menschen damit zu tun.

Wie können Unternehmen oder Führungskräfte, aber auch jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter damit umgehen, wenn eine Kollegin oder ein Kollege stirbt?

Ich habe Ihnen einige Gedanken zusammengetragen, die beim Tod eines Mitarbeiters hilfreich sein können, schauen Sie selbst, was zu Ihnen passt. Und: Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander, bevor der Ernstfall eintritt! 

  1. Welche der folgenden Anregungen passt zu mir, zu meinem Unternehmen, zu den Kollegen.
  2. Sprechen Sie miteinander, bevor der Todesfall eintritt und überlegen Sie sich einen Plan, dann sind Sie vorbereitet und können trotz der Trauer entsprechend reagieren.

Schnelle Maßnahmen, wenn der Todesfall eingetreten ist.

  1. Informieren Sie frühzeitig Ihre Mitarbeiter.
  2. Zeigen Sie Anteilnahme und signalisieren Sie Ihre Wertschätzung, indem Sie unmittelbar nach dem Tod einen Erinnerungsplatz einrichten.
  3. Stellen Sie ein Foto des verstorbenen Mitarbeiters an einer gut sichtbaren Stelle im Büro oder im Pausenraum auf und platzieren Sie, wenn möglich, daneben eine Kerze.
  4. Sie könnten ein internes Kondolenzbuch auslegen, das den Betroffenen die Möglichkeit bietet, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden und eine persönliche Nachricht zu hinterlassen. Dies kann dann bei der Trauerfeier den Angehörigen übergeben werden.

Weitere sehr unterstützende und menschliche Maßnahmen

  1. 1Vielleicht ist die Teilnahme an der Beisetzung möglich, dann stellen Sie Ihre Mitarbeiter dafür frei.
  2. Richten Sie eine interne Gedenkveranstaltung in Ihrem Unternehmen aus, damit sich die Kollegen gemeinsam an die gemeinsame Zeit erinnern können. Jeder darf sich zu Wort melden, es darf geweint und gelacht werden. Ggf. wenden Sie sich an eine/n Trauerredner/in, die/der Sie unterstützt.
  3. Organisieren Sie einen kleinen Ausflug zu einem Ausflugsziel. Das kann ein Ort sein, an dem die verstorbene Person gerne war oder wo die Kollegen gemeinsame Zeit verbracht haben, dies kann ein Restaurant oder selbst eine Kegelbahn sein.

Vielleicht ist es auch ein Fluss oder das Meer, dem sie kleine Zettel mit guten Wünschen für den Verstorbenen auf die Reise geben.

Auch hier kann ein Trauerredner helfen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit einem Todesfall in Ihrem Unternehmen?

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? 

Herzliche Grüße

Astrid Fiedler

 

 

Zur Autorin: 

Astrid Fiedler ist Expertin für den Bereich Imagecoaching im Zahnärztinnen Netzwerk und Inhaberin von Imagekonkret mit Sitz in Hamburg.