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Kategorie: " Rahmenbedingungen "

20. Juni 2016 | 11:04 Uhr | Verena Faden

Ist es denn zu glauben...? – Sonntagsblues einer Praxisberaterin

Als Facebooknutzerin wurde ich in mehreren Gruppen von zahnmedizinischem Fachpersonal eingeladen. Hier tummelt sich das gesamte Praxispersonal. Von der Auszubildenden bis zur Dentalhygienigerin, Abrechnungskräfte, ZFA´s alles vertreten. Ziele dieser Gruppen sind immer die Gleichen: Gegenseitige Unterstützung und der kollegiale Austausch. Hier bekommt man sehr schnelle Hilfe zu allen möglichen Fragen rund um den Praxisalltag. Abrechnungsfragen, Fragen zur Hygiene, zu Instrumentarium und so weitere. Eben einfach alles was Qualitätsdenken so mit sich bringt. Aus meiner Sicht eine durchwegs gute Sache. Nicht zuletzt weil hier sichtbar wird, wie viele sehr engagierte und motivierte Mitarbeiter es gibt. Großartig!

Bis zu einem bestimmten Punkt! 

Immer wieder kommen Fragen auf, die mich in Erstaunen gelegentlich sogar in Wut versetzten. Es sind die Fragen, die Hilflosigkeit und Verzweiflung von Mitarbeitern beschreibt. So fragt zuletzt eine Auszubildende in einer Gruppe, was sie tun soll, Ihr Chef möchte sie gerne nach Ausbildungsende übernehmen, aber die ersten Gehälter geringer (weiterhin Ausbildungsgehalt) ausbezahlen. Begründung: Sie habe so viele Minustage. Auf meine Nachfrage wo denn die ganzen vielen Minustage her kommen, sagte Sie: „Von den Schultagen“. Ihr Chef hatte die Idee entwickelt, Ihr die Schultage während der Ausbildung abzuziehen und als Minusstunden zu berechnen. Das Arme Ding hat den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten bewusst gewählt und liebt ihre Arbeit, vertraut mir zugleich Ihre Sorge an: „Wie soll ich denn mit dem Geld durchkommen, bisher haben mich meine Eltern unterstützt?“ Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, ich bekomme Gänsehaut und mir kommen die Tränen. Aber nur an einem Auge, das andere kneift sich zusammen und signalisiert Wut. Wut darauf, dass es immer noch Praxisinhaber und Innen gibt, die den Wert Ihrer Mitarbeiter nicht erkennen. Es macht mich wütend ohne Ende, denn zugleich gibt es unzählig viele wunderbare Zahnärzte und Zahnärztinnen, die sich größte Mühe mit der Personalführung geben und dennoch kein Personal rekrutieren können. Wen wundert´s? Die Sorge wächst, wenn man dann noch den Rat der Kolleginnen als Antwort auf diese Frage im Netz liest. Sie können es sich sicher vorstellen.

Zugegeben, ich beschreibe Ihnen hier einen Fall der sicher die Ausnahme ist von der Kammer mühelos und aus meiner Sicht zufriedenstellend gelöst wird, sofern sich die Mitarbeiterin traut, dort Hilfe zu holen. Doch wie sieht die Lösung aus, wenn wir dauerhaft genau diese wunderbaren und motivierten Mitarbeiterinnen ob mangelndem Wissen in den Bereichen Kommunikation und Personalführung verlieren. Natürlich weiß ich, dass Sie als Zahnärztin anderes zu tun haben und kaum Zeit finden um einigermaßen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Praxis und Privatleben zu organisieren. Ich weiß, aber wird es besser ohne Personal?

Wie sieht Ihr Plan aus? Haben Sie schon einen?

Was können Sie in Ihrer Praxis ganz konkret für mehr Mitarbeiterzufriedenheit tun?

Ich persönlich orientiere mich gerne an dem Zitat von Reinhard K. Sprenger, : Mitarbeiter müssen nicht motiviert werden, sondern Führungskräfte müssen einfach nur damit aufhören, Ihre Mitarbeiter zu demotivieren.

Schon Kleinigkeiten sind hier äußerst hilfreich.

Inzwischen werden glücklicherweise vielerorts Seminare angeboten. Hier im Blog bekommen Sie von meinen Kolleginnen und mir regelmäßig Informationen rund um das Thema Personalführung. Ansonsten freue ich mich auch sehr über Ihre Anmeldung rufen Sie doch einfach unverbindlich an, vieles lässt sich am Telefon klären.

 

Verena Faden

Praxisberatung

www.praxis-beratung.de

Tel. 07533 3632177