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Kategorie: " Rahmenbedingungen "

03. August 2015 | 14:06 Uhr | Dagmar Charbonnier

Das Geheimnis der Teammotivation (Teil 2)

4.      Kontrollieren Sie die Ergebnisse und führen Sie schnelle Korrekturschleifen ein

Etwas, dass Zahnärztinnen so gar nicht liegt, ist - aus meiner Erfahrung - die Kontrolle. Ich meine damit nicht Bespitzeln, das ständige Überprüfen der Anwesenheits- und Pausenzeiten, sondern die Kontrolle einer vorher vereinbarten Handlung, einer Absprache.

Zum Beispiel die, dass die Zahnärztin mit der oben genannten Mitarbeiterin festlegt, dass diese obligatorisch jeden Morgen alle Schubladen auf ordnungsgemäße Befüllung kontrolliert und bestückt.

Jeden Morgen! Ab morgen! Und dass dies von der Chefin kontrolliert wird. Einige Tage lang! Und dann stichprobenartig, so lange bis es zu einem Automatismus geworden ist.

Lernen erfolgt durch Routine, immer wieder. So lange bis es sitzt.

Und wenn es aller Beteuerungen zum Trotz doch nicht klappt mit dem ordnungsgemäßen Befüllen, dann kommt Stufe zwei zum Einsatz. Die besser schon Stufe eins wäre – ein individuell angepasstes Qualitätsmanagement.

Die Klärung von Abläufen, Etablierung von Strukturen, Schaffung von Verantwortlichkeiten. Und das alles erarbeitet und festgehalten in Teambesprechungen. Und sich dann positiv überraschen lassen, was dem Team an sinnvollen Korrekturmaßnahmen alles einfällt.

Planen, durchführen, kontrollieren, anpassen – die vier Phasen stabiler Praxis- und Organisationsabläufe. 

5.      Loben Sie aus ehrlichem Herzen, wo immer es geht.

Hat nun die eingangs genannte Mitarbeiterin ihre Aufgabe verstanden und verinnerlicht, ist es Zeit für ein Lob. Ein Lob, aus vollstem Herzen.

Spontan, emotional und ohne großen Aufhebens. „Toll, das klappt ja mittlerweile bestens!“ „Super, dass wir jetzt so entspannt arbeiten können.“ „Es gefällt mir, wie Sie sich den Schuh angezogen haben.“

Über ein Lob freut sich jeder, wenn es aus tiefster Überzeugung und ganz unvermittelt kommt. Nicht zur Weihnachtsfeier, übereicht mit einem Blumenstrauß. Das ist auch schön, aber schöner und motivierender ist ein kleines Lob zwischendurch.

Spontan, herzlich, sachbezogen und ehrlich.

6.     Fordern Sie Ihre Mitarbeiter und setzen Sie Vertrauen in sie.

Wachstum und Entwicklung geht nur, wenn man immer ein Stückchen mehr tut, als man glaubt, bewältigen zu können.

Für eine Mitarbeiterin kann das bedeuten, eigenständig den Materialeinkauf zu optimieren. Und dafür Verhandlungen mit den Lieferanten führen muss. Eigenverantwortlich. Nach Vorgabe der Praxisinhaberin natürlich.

Oder sich mit den aktuellen Hygienerichtlinien auseinanderzusetzen und Schulungen zu besuchen. Um bei der nächsten Teambesprechung darüber eine Stunde zu referieren, so dass alle informiert sind.  

Wenn Mitarbeiter erfahren, dass sie Lernschleifen einbauen, bei Unsicherheit fragen dürfen und die Chefin ihnen dennoch vertraut – dann entsteht Motivation.

7.      Stellen Sie sich unerschüttlich hinter Ihre Mitarbeiter.

Auch wenn diese Metapher jetzt ein bisschen hinkt – eine Chefin ähnelt einer Hirtin und die Mitarbeiterinnen ähneln einer Herde. Und wie jeder guter Hirte kümmert sich eine Chefin um ihre Mitarbeiterinnen und beschützt sie.

Vor unfairen Patienten, vor herablassenden Bemerkungen, vor Mobbing. Sie steht hinter ihnen. Unmissverständlich. Und klärt in einem Vieraugen-Gespräch, was geklärt werden muss.

Das dann auch durchaus deutlich geführt werden kann. Denn eine gute Hirtin streichelt nicht nur, sondern gibt klare Regeln vor, sie markiert Grenzen.

Sieben Verhaltensweisen, die Mitarbeiter motivieren. Und die dazu beitragen können, dass Zahnärztinnen das Team erhalten, das sie sich wünschen.

Es ist nicht allzu schwer, diese zu leben. Mit Entschlossenheit, Authentizität und etwas Ausdauer. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mehr Arbeitsfreude bei allen, mehr „Flow“ in den Praxisabläufen, mehr Energie für den Arbeitstag und dadurch mehr zufriedene Patienten. Es lohnt sich also.

 

Ihre Dagmar Charbonnier