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Kategorie: " Rahmenbedingungen "

22. Juli 2015 | 15:53 Uhr | Dagmar Charbonnier

Das Geheimnis der Teammotivation (Teil 1)

7 habits for a hifghly effective team oder – Das Geheimnis der Teammotivation 

Jede Zahnarztpraxis, wirklich jede, die ich kenne, möchte ein Team aus hochspezialisierten, engagierten, fröhlichen, leistungsstarken, verantwortungsbereiten, arbeitsfreudigen, belastbaren (diese Merkmale ließen sich noch um etliche erweitern) Kolleginnen sein.

Doch die Wirklichkeit sieht leider oftmals anderes aus. Dienst nach Vorschrift, Fehlervertuschung und Schuldzuweisungen, gedrückte und freudlose Stimmung am Arbeitsplatz, hoher Krankheitsstand, Lustlosigkeit bis hin zur Verantwortungslosigkeit, schlimmstenfalls innere Kündigung und Gleichgültigkeit.

Woran liegt es, dass Wunsch und Wirklichkeit so auseinanderklaffen? Wieso haben viele Zahnärztinnen ein T.E.A.M., das jedem einzelnen Schriftzeichen buchstäblich entspricht? TOLL, EINE ANDERE MACHTS’S?

Dabei weiß jede Praxisinhaberin, dass ohne ein gut zusammenarbeitendes Team nichts in der Praxis geht. Zu groß sind die Aufgaben, die eine Zahnarzt-Unternehmerin zusätzlich zu den zahnärztlichen Behandlungen zu lösen hat.

Wie nun kann sie es erreichen, aus einer Gruppe Frauen ein Team zu formen, das sie verlässlich unterstützt. Das motiviert und leistungsbereit ist? Für das Verantwortungsübernahme und Engagement keine Fremdwörter sind? Und dabei noch Spaß im Berufsalltag hat?

Die folgenden sieben Maßnahmen sollen dazu beitragen, diese Frage zu beantworten.

1.      Präzisieren Sie Ihre Ziele und die Aufgaben und vermitteln Sie diese Ihren Mitarbeitern verständlich.

Eine Praxisinhaberin sollte ihre Ziele kennen, für die sie jeden Morgen aufsteht, um in die Praxis zu gehen. Und ihre Mitarbeiterinnen ebenso. Diese sollten wissen, weshalb sie freundlich und aufmerksam den Patienten gegenübertreten sollen. Warum es sich lohnt, sich weiter zu qualifizieren.

Denn das primäre Ziel ist nicht, damit Geld zu verdienen. Der Sinn liegt in etwas Höherem, etwas, das nicht sofort zu greifen ist.

So liegt der Sinn für die Abrechnungsmitarbeiterin, nach den neuesten Erkenntnissen abzurechnen, darin, die Lebensfähigkeit der Praxis und somit die Existenz aller darin Arbeitenden zu sichern.

Das Ziel der Assistentinnen besteht darin, der Zahnärztin und den Patienten die Arbeit und den Aufenthalt in dem Behandlungszimmer so stressfrei und angenehm wie möglich zu machen. Und nicht darin, Füllungsmaterial anzureichen und die Nackenstütze richtig zu positionieren.  

Deshalb – Klärung und Definition der Praxiswerte und –ziele. Oder am besten diese mit dem Team gemeinsam entwickeln.

2.              Schaffen Sie ein Klima des aufmerksamen Umgangs miteinander.

Wir gehen heute in der Regel gut miteinander um. Höflichkeit, Rücksicht werden gelebt. Doch unter wertschätzendem Umgang verstehe ich mehr als ein höfliches „Guten Morgen“ oder „Ein schönes Wochenende!“

Eine Chefin muss ihre Mitarbeiterinnen wirklich wahrnehmen. Warum hat die Auszubildende montags oft verweinte Augen? Geht es der alten Mutter von der Rezeptionsmitarbeiterin wieder besser, nachdem sie so schlimm gestürzt war?

Gerade Frauen haben durch ihre stark ausgeprägte soziale Intelligenz und dem daraus resultierenden Einfühlungsvermögen große Vorteile gegenüber den männlichen Kollegen. Und dennoch gehen diese Kräfte im Praxisalltag oftmals verloren; zu viel Stress, zu viel andere, vermeintlich wichtigere Aufgaben.

Aufmerksamkeit und Wertschätzung sind die größten Motivatoren für Menschen – ganz gleich ob diese angestellt oder freiberuflich tätig sind. 

3.             Erlauben Sie Fehler und kritisieren Sie nur, wo es der Sache dienlich ist

Menschen machen Fehler und das ist in Ordnung. Ohne Fehler gäbe es keine Entwicklung. Und dort, wo Menschen teils unter hohen Anforderungen stehen, sind Fehler vorprogrammiert. Umso wichtiger ist ein positives und konstruktives Fehler-Management.

Das Wichtigste ist, dass Fehler gemacht werden und anschließend korrigiert werden dürfen.

Das Zweitwichtigste ist, dass Mitarbeiterinnen für die Korrektur des Fehlers selbst verantwortlich sind. Denn nur so wird aus dem geflügelten Wort „aus Fehlern lernen wir“ eine Realität.

Denn wie soll eine Mitarbeiterin lernen, dass das Nichtvorhandensein eines Behandlungsinstruments den Routineablauf einer Präparation vollkommen durcheinander bringt? Wenn sie während der Behandlung nicht miterlebt, wie unruhig die Stimmung, wie nervös der Patient, wie unangenehm und zeitraubend die Suche nach einem Ersatz ist? Und wenn hinterher, unter vier Augen!, dieser misslungene Ablauf nicht nochmals sachlich besprochen und verarbeitet wird? Am besten sofort im Anschluss, ohne Verzögerung, wenn das Erlebnis noch frisch im Kopf ist.

Und sollte eine Kritik notwendig sein, was in diesem Fall durchaus so wäre, dann bitte nutzbringend, ohne ein vernichtendes „Sie machen aber auch alles verkehrt!“ Besser wäre die Frage: „Wie wollen Sie ab sofort verhindern, dass so etwas noch einmal vorkommt?“

Wie gesagt, Fehler sind ok. Wenn sie kein zweites Mal vorkommen. 

 

Fortsetzung folgt... 

Ihre Dagmar Charbonnier