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Kategorie: " Rahmenbedingungen "

23. Oktober 2014 | 11:45 Uhr | Nicole Gerwert

Die Ruhestandsplanung - eine Männerdomäne?

Wieso überlassen viele emanzipierte Frauen die Planung Ihrer eigenen Altersvorsorge Ihren Männern? Schlimmer, wieso wird das Thema Ruhestandsplanung grundsätzlich von vielen studierten Zahnärztinnen vernachlässigt?

Beruflich und somit auch einkommenstechnisch können wir - wenn wir wollen - mit den Männern heutzutage gleichauf stehen. Das Rollenbild „Hausfrau“ oder „Frauchen“ ist im beruflichen abgelegt. Gerade in der Zahnmedizin verwirklichen sich immer mehr Frauen.

Laut dem statistischen Jahrbuch 2012/2013 der Bundeszahnärztekammer waren 2012 schon 60% der unter 35jährigen praktizierenden Zahnärzte weiblich! Die Zukunft der Zahnmedizin liegt in den Händen der Frauen!

Allerdings geht mit der steigenden Zahl der weiblichen Zahnärzte auch die Zahl der Existenzgründungen zurück. Die problematische Vereinbarkeit von Karriere und Familie ist hier  meines Erachtens ursächlich (Arbeitszeiten, politische Regelungen bzgl. Kinderbetreuung etc.). Bleibt Familie Frauensache? Wir bekommen die Kinder, aber müssen wir deshalb automatisch auf unsere Karriere verzichten?

Zum Glück kann ich an dieser Stelle an einige meiner Mandantinnen denken, die den Spagat zwischen Karriere und Familie mit und ohne Unterstützung eines Mannes hervorragend hinbekommen.

Aber auch diese Emanzipationskünstlerinnen hatten in unseren ersten Gesprächen zur Ihrer persönlichen Ruhestandsplanung folgenden Gedankenfehler: „Wenn ich in Elternzeit bin oder kurzfristig wegen den Kinder aussetze oder Teilzeit arbeite, muss ich die Möglichkeit haben meine Einzahlungen in eine private Rentenversicherung zu stoppen!“ oder anders formuliert „Ich beginne erst mit der Altersvorsorge wenn die Kinder aus dem gröbsten raus sind und ich sicher wieder Vollzeit arbeite!“

Ich bin mir sicher, Sie haben oder hatten ähnliche Gedanken.

Vorweg, viele Versicherungsgesellschaften bieten in Ihren Rententarifen sogar die Möglichkeit mit der Begründung „Elternzeit“ die Beiträge zinsfrei auszusetzten.

Aber ich rate Ihnen mit Blick auf ihren wohlverdienten Ruhestand von dieser Option ab.

Bitte seien Sie sich bewusst, dass die im Alter zu beziehende Altersrente aus dem Versorgungswerk natürlich abhängig von der Höhe Ihrer Einzahlungen ist. Die Höhe Ihrer Einzahlung ist abhängig von der Höhe Ihres Bruttoeinkommens. Sie zahlen nämlich (unbemerkt) monatlich 9,45% von Ihrem Bruttoeinkommen an das Versorgungswerk. Der Arbeitgeber ergänzt diese Einzahlung in gleicher Höhe.

Bei einer Teilzeitstelle wird das Gehalt i.d.R. halbiert. Durch die prozentuale Einzahlung halbiert sich dadurch natürlich auch die Höhe Ihrer Einzahlungen an das Versorgungswerk.

Während der Elternzeit wird nicht automatisch für Sie für den Ruhestand eingezahlt. Somit setzten viele Zahnärztinnen in diesem Zeitraum gänzlich mit der Einzahlung aus.

Mit diesen Voraussetzungen wird zumindest der Ruhestand an sich zur Männerdomäne. Zufriedene Väter und Großväter, die von Ihrem Ersparten leben können.

Sorgen Sie selbst für Ihre finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Ich zeige Ihnen gern Ihre Möglichkeiten in diesem Bereich auf.

 

Nicole Gerwert

A.S.I. Wirtschaftsberatung