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Kategorie: " Networking "

13. Februar 2014 | 11:51 Uhr | Dagmar Charbonnier

Frauen führen anders! Wirklich? Teil 2


... Fortsetzung

A wie Führungsaufgaben

Die wichtigste Führungsaufgabe ist die Vermittlung des Verständnisses für die unternehmerischen Ziele an die Mitarbeiter. Nur wenn diese verstanden und verinnerlicht haben, wofür das Unternehmen steht, in das sie jeden Morgen zur Arbeit gehen und von dem sie am Monatsende ihr Gehalt bekommen, werden sie bereitwillig und motiviert an den Unternehmenszielen arbeiten.

Das setzt eine klar gegliederte Unternehmensstruktur mit einem Unternehmensleitbild, der Praxisphilosophie, und ein funktionierendes Qualitäts-Management voraus.

Eine individuelle Mitarbeiterförderung und die Möglichkeit aller Mitarbeiter sich zu entwickeln sind, die Nährböden für Wachstum und Erfolg. DEN Führungsstil gibt es nicht. Vielmehr erfordern unterschiedliche Situationen und verschieden entwickelte Mitarbeiter situative Führungsstile.

Eine weitere wichtige, wenn auch oft nicht so eingeschätzte, Aufgabe ist die Delegation. Mitarbeitern Aufgaben und Verantwortung entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu geben, ist entlastend, motivierend und baut Kompetenzen auf. 

Hier sind Frauen klar im Vorteil. Durch ihre Sozialisierung, die Empathie und Rücksicht ausgeprägt hat, fällt es weiblichen Chefs leichter, sich in Mitarbeiter hinein zu versetzen.

Regelmäßige Kontrolle ist ein sinnvolles und wichtiges Hilfsmittel. Transparente und nachvollziehbare Kontrolle ermöglicht frühzeitige Korrekturmaßnahmen und verhindert Frustration bei den Mitarbeitern sowie unnötige Kosten auf Unternehmerseite.

 

M wie Führungsmethoden

Lob und Anerkennung ist unsere größte Triebfeder. Ein Lob liefert Ansporn und sorgt für Selbstmotivation bei den Mitarbeitern.

Richtiges Kritisieren will gelernt sein. Es ist keine Schuldzuweisung, sondern fußt auf einer genauen Analyse der zu kritisierenden Situation, einer respektvollen Wortwahl und klaren Feedbackregeln. Nur dann ermöglicht sie dem Mitarbeiter aus seinen Fehlern zu lernen.

Auch hier liegen Frauen mit der Nase vorne; Rücksicht und Respekt zu üben lernen sie früh.

Präzise und verständliche Aufgabenformulierungen verhindern, dass zu viele Fehler gemacht werden. Hier könnten Frauen von Männern lernen. Diese sprechen Klartext und formulieren Erwartungshaltungen.

Kennzahlen sind für gute Führung unverzichtbar. Sind diese für die wichtigsten Bereiche entwickelt, sorgen sie für Transparenz. Zum Beispiel für Umsatz, Krankenstand, Materialverbrauch oder Kundenzufriedenheit.

 

P wie Führungsprinzipien

Führungsprinzipen sind das Regelwerk einer jeden Praxis. Die Voraussetzung für aktiv gelebte und akzeptierte Prinzipien ist das Vertrauen, das zwischen Praxisleitung und den Mitarbeitern herrscht. Ohne Vertrauen verlaufen die meisten Bemühungen um Mitarbeitermotivation und Unternehmenskultur im Sande.

Eine positive Arbeitsatmosphäre liefert das „Schmiermittel“ für reibungslose Abläufe – ob in der Assistenz, in der Verwaltung oder in der Patientenbetreuung.

Auch hier liegen Frauen vorne. Sie sind zuständig für die Gefühle, für’s „Menscheln“.  

Verantwortungsübernahme für den jeweiligen Aufgabenbereich ist ein weiteres Prinzip.

Ebenso ist ergebnisorientiertes Denken besser als aufgabenorientiertes. Das sollte sich wie ein roter Faden durch Zielvereinbarungen, Stellenbeschreibungen und Arbeitsanweisungen ziehen.

Ergebnisorientierte Führung ist auch, vorhandene Stärken der Mitarbeiter auszubauen, als deren Schwächen zu minimieren. Und es ist zudem ökonomischer. Ein eher stiller, detailverliebter Zahlenmensch wird selten zu einem Kommunikationsass, aber sicherlich eine verlässliche Verwaltungsfachkraft.

Noch ein Plus für Frauen. Menschenkenntnis zählt zu ihren Stärken.

E wie Eigenmanagement

Eigen- oder Selbstmanagement ist für jede Führungskraft unerlässlich, denn nur wer sich selbst führen kann, kann auch Andere führen! (Fredmund Malik, Führungsexperte aus St. Gallen).

Eine kritische Auseinandersetzung mit seinen eigenen Werten und Lebensmaximen schafft eine Basis, auf der Führung gelebt und vermittelt werden kann. Denn sie liefert Authentizität, ohne die Führung und die gewünschte Akzeptanz nicht möglich ist.

Ein Zeitmanagement, das sich an Aufgaben und Ressourcen orientiert, ist für eine erfolgreiche Führungspersönlichkeit unentbehrlich.

Genauso wichtig ist die Fähigkeit, visionär zu sein, die Zukunft der Praxis zu planen. Wo will ich in fünf oder zehn Jahren sein? Und welche Zwischenziele muss ich planen, um dahin zu kommen? Visionen und Ziele sind wiederum die Voraussetzungen für die Unternehmensstrategie und die Leitlinien.

Damit einher geht eine positive Denkweise, die die Kräfte für zukünftige Schritte freisetzt. Das bedeutet, in Chancen und nicht in Problemen zu denken. 

Und das Wichtigste zum Schluss: Führungskräfte haben eine hohe Umsetzungskompetenz. Echte Leader zögern nicht, sondern handeln, nachdem sie sich mit den für das jeweilige Projekt relevanten Informationen sicher gemacht haben.

Hier könnte frau von den meisten Männern lernen. Sie kommen eher ins Handeln, ohne alle Einzelheiten bis ins Detail prüfen zu müssen

L wie lebenslangen Lernens

Für Unternehmerinnen ist Lernen ein Grundsatzthema. Ohne permanentes Lernen keine Entwicklung, kein Erfolg, keine Zufriedenheit.

Fortbildungen, nicht nur fachlicher Art, gehören dazu. Persönlichkeitsentwicklung, Rhetorik, Menschenkenntnis ebenso.

Das Erlernen von Entspannungsmethoden, wie Yoga, Meditation oder Autogenes Training, hilft mit den vielfältigen Belastungen besser umzugehen. Schließlich haben Zahnärztinnen neben der Praxis auch den Privathaushalt zu „stemmen“.

Lernen von anderen, die bereits dort sind, wo man selbst hin möchte, ist der beste Weg, seinem Ziel immer näher zu kommen. Kein Führungsexperte fiel vom Himmel, alle haben gelernt.

Auch das Netzwerken mit anderen Kolleginnen hilft. So erfährt man, dass viele Praxisinhaberinnen ähnliche Fragen, ähnliche Unsicherheiten haben. Das stärkt und macht Mut, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Und auch da könnten Frauen viel von Männern lernen, noch ist Networking eine männliche Domäne. 

Führung ist universell; lernen muss es jede(r).

Worin unterscheidet sich nun gute weibliche Führung von guter männlicher Führung? Meiner Meinung nach in Nichts. Weder Mann noch Frau werden als Führer geboren. Beide werden es im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn.

Der Unterschied liegt im Umgang mit den Anforderungen, die Führung mit sich bringen.

Wenn es hier Frauen zukünftig gelingt, sich auf ihre Stärken wie Empathie, Fantasie, Menschenkenntnis und soziale Intelligenz zu verlassen, sowie ihre natürlichen Fähigkeiten für Technikverständnis, Ökonomie und Rationalität einzubringen, ist die Zukunft der Zahnmedizin tatsächlich weiblich.

 

©Dagmar Charbonnier

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