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Kategorie: " Networking "

03. Februar 2014 | 11:24 Uhr | Dagmar Charbonnier

Frauen führen anders! Wirklich? Teil 1

Eine kritische Auseinandersetzung zu einem Dauerbrennerthema.

Die Quote der in eigener Praxis tätigen Zahnärztinnen und somit führenden Frauen liegt bei mittlerweile bei 37%, Tendenz steigend.

(Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Jahr 2011).

Mittlerweile geht das geflügelte Wort um: Die Zukunft der Zahnmedizin ist weiblich.

Grund sich zu fragen: Wie führen Frauen? Gibt es ein unterschiedliches Führungsverhalten zwischen Mann und Frau und welches ist „besser“?

Frühkindliche Erfahrungen prägen zukünftiges Führungsverhalten

Auch wenn wir hier im Sinne der Lesbarkeit des Textes verallgemeinern müssen, treffen die nachstehenden Feststellungen doch weitestgehend zu.

Lektion 1, die Mädchen lernen: Führung ist männlich.

Schon im Sandkasten ist zu beobachten, dass Jungs und Mädchen ihre Ansprüche unterschiedlich durchsetzen. Jungs nehmen sich das, was sie möchten und halten daran fest, trotz massiver Gegenwehr ihrer Spielkameraden. Mädchen nehmen sich zunächst auch, was sie möchten, lassen sich dann aber rascher einschüchtern, zumal wenn die Gegenwehr von Jungs kommt.

In der Schule werden Jungs früh durch diverse Vereinsmitgliedschaften daran gewöhnt, dass einer, und zwar ein Mann, das Sagen haben muss. Der Trainer im Fußball genauso wie der Hockey- oder Karatetrainer.

Treiben Mädchen Sport, so ist es auch oft ein Mann, der sie trainiert und das Sagen hat.

Lektion 2, die Mädchen lernen: Führung ist anstrengend.

Siegeswille, Durchsetzungskraft und Selbstüberzeugung gehören zur Ausrüstung. Und genau das lernen Jungs schon früh – und werden dafür gelobt. Mädchen lernen, dass sie unangenehm auffallen oder von der Clique ausgegrenzt werden, wenn sie allzu dominant auftreten. Sei bescheiden, sittsam und …

Und als Lektion 3 lernen Mädchen, dass sie, trotz Einser-Abitur und hervorragenden Studienergebnissen, im Beruf mit den konkurrierenden Männern oft nicht mithalten können. Diese steigen später in die Führungsetagen auf, erhalten dank gut vernetzter Seilschaften Spitzenpositionen und behaupten diese.

Fazit: Frauen haben im Allgemeinen wenige Voraussetzungen, Führungswille zu zeigen oder Führungsverhalten zu üben und sich darin zu verbessern. Und oft scheuen sie die mit Führungsaufgaben einhergehenden Probleme und kalten Winde, die Ihnen an der Spitze ins Gesicht wehen.

Die Zukunft der Zahnmedizin ist weiblich 

Nahezu 40% Zahnärztinnen in eigener Praxis übernehmen Führungsverantwortung. Ab dem ersten Tag der Praxiseröffnung. Ob sie möchten oder nicht – sie sind Chefinnen mit entsprechenden Aufgaben.

Und spätestens jetzt fragt sich frau: Wie mache ich das - Führen? Gibt es dafür Leitfäden oder Checklisten? Kann ich das denn? Muss ich eigentlich führen?

Natürlich gibt es einschlägige Literatur, die sich mit Führungsstilen und Methodik befassen. Und es gibt jede Menge Führungsseminare, die in Wochenendkursen oder in monatelangen Weiterbildungen Führungswissen vermitteln.

Und auch in den fachlichen Stammtischrunden der Zahnmediziner oder in Qualitätszirkeln poppt immer mal wieder das Thema „Was ist gute Führung“ auf.

Dennoch fühlen sich Berufsanfängerinnen oftmals unsicher und wenig gut gerüstet, eine Führungskraft zu sein. Und auch gestandene Zahnärztinnen mit jahrelanger Berufserfahrung sagen: Führung? Ich doch nicht. Bei uns geht das alles ganz locker. Die Praxis läuft auch so.

Irrtum – keine Praxis läuft einfach so. Jedes Unternehmen, das erfolgreich sein möchte, braucht Führung.

Mitarbeiter erwarten Führung und Führung führt zu Erfolg

Glücklicherweise ist Führung lernbar und vollkommen unabhängig vom Geschlecht.

Man muss keine charismatische Frau sein, die Führungswissen scheinbar bereits mit der Muttermilch aufgesogen hat, um sein Unternehmen, die Zahnarztpraxis, erfolgreich zu führen. Aufgrund ihrer Sozialisierung verfügen Frauen bereits über soziale und emotionale Intelligenz, die ihnen bei der Führung hilfreich sind.

Erstaunlich und doch wieder nicht, Mitarbeiter erwarten Führung. Sie möchten eine Chefin haben, die Ihnen sagt, was sie von ihnen erwartet, die Verantwortung für das Ganze übernimmt, die eine Struktur vorgibt, mit präzisen Aufgabenstellungen und mit nachvollziehbaren Kontrollmechanismen.

Erfolgreiche Zahnärztinnen wissen, dass Führung eine Schlüsselrolle bei der Zielerreichung und der Aufrechterhaltung der Arbeitszufriedenheit, sowohl für Chefin und für Mitarbeiter, zufällt.

Wenige Mechanismen greifen hier wirkungsvoll. Nachfolgend werden diese unter dem Begriff AMPEL zusammengefasst. Das Akronym wurde gewählt, da es für die fünf unterschiedlichen Bereiche zum Thema „erfolgreiche Führung“ steht.

 

Fortsetzung folgt...