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Kategorie: " Frau sein, Frau bleiben "

28. April 2013 | 10:46 Uhr | Claudia Huhn

Frauenquote - ja oder nein?!

Am 18. April hat der Bundestag die starre Frauenquote ab 2018 abgelehnt. Was heißt das für uns Frauen? Müssen wir jetzt aufschreien, enttäuscht sein, uns resigniert zurück lehnen?

Brauchen wir eine Quote? Ist die niedrige Präsenz von Frauen in Führungspositionen immer noch ein Tatbestand der Unterdrückung durch die Männerwelt? Wie sieht eigentlich die Quote in der Zahnmedizin aus?

Das BZÄK veröffentlichte im vergangenen Jahr die Zahlen aus 2011. Von 54.286 niedergelassenen Zahnärzten waren 36,9 % weiblich. Nimmt man alle Zahnärzte, auch die, die angestellt, nicht tätig oder in der Industrie tätig sind, so steigt die Zahl sogar auf 41,9 %. 


Interessant sind darüber hinaus auch die Zahlen, des IDZ (Informationsdienst des Instituts der deutschen Zahnärzte). 2011 wurden in den alten Bundensländern 58 % der Existenzgründungen von Männern und 42 % von Frauen realisiert. Die Geschlechterverteilung in den neuen Bundesländern war sogar ausgeglichen. 50 % der Existenzgründungen wurden von Männern und 50 % von Frauen vorgenommen. 



Betrachtet man diese Zahlen, so bleibt doch nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Quote. Fahren wir jetzt noch die aktuellen Zahlen der Geschlechterverteilung bei den Studienbeginnern der Zahnmedizin dagegen, so steht schon heute fest, daß diese Quote noch steigen wird. 



Stellt sich die Frage: Was ist an Zahnmedizinerinnen anders, so daß Sie sich für ein Berufsleben als "Unternehmerin" entscheiden? Was könnten andere Bereiche aus der Zahnmedizin lernen?

 

Ist es vielleicht die Tatsache, daß Frau als Praxisinhaberin möglicherweise viel flexibler auf Veränderungen im Privatleben reagieren kann? Kann es sein, daß mit eigener Praxis zwar ein hohes Maß an Verantwortung zu tragen ist, gleichzeitig aber nahezu unendlich viele Modelle denkbar sind, die Kind und Karriere vereinbaren lassen?



Vielleicht können die Zahlen der Zahnmedizinerinnen ja Frauen in anderen Bereichen Mut machen. Mut zur Selbständigkeit, Mut zur Karriere, mit oder ohne Kind, Mut den Weg ganz nach oben anzutreten, ohne von irgendwem oder irgendetwas ausgebremst zu werden. 



Und zum guten Schluß: Das, meine Damen, haben Sie ganz ohne gesetzliche Frauenquote geschafft. Wie sehen Sie das?