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Kategorie: " Work-Life-Balance "

05. März 2013 | 21:10 Uhr | Dagmar Charbonnier

Lebe in Balance und Du bist glücklich

Nur zu oft wird mit Glück und Zufriedenheit die materielle Seite, das Plus auf dem Bankkonto, in Verbindung gebracht. Oder wie erfolgreich wir im beruflichen Kontext sind. Und wie sich dieser Erfolg durch Statussymbole - mein Haus, mein Auto, mein Boot - bemerkbar macht. 



Doch warum haben gerade in diesem Sinne Sinne erfolgreiche Menschen so oft das Gefühl, dass es nicht reicht. Dass sie mehr wollen. Doch mehr wovon?

Möglicherweise erreicht sie dann die Einsicht, dass es zu einem erfolgreichen und glücklichen Leben mehr bedarf. Zum Beispiel soziale Verbindungen. Der Stellenwert von Familie, Freunden oder auch Vereinstätigkeiten ist nachgewiesenermaßen hoch und kann zur persönlichen Glücksbilanz maßgeblich beitragen.

Doch gibt es ein Recht auf Glück? Die USA sagen ja und verankerten dieses sogar in ihrer Verfassung. Nur weiß keiner so genau, wie und wo man dieses Recht einfordern kann. Geschweige denn, ob diese Forderung erfüllt wird. Denn vom Wollen zum Haben ist der Weg ja möglicherweise lang.

Auch der Einfluss von physischer und psychischer Gesundheit und körperliche Aktivität ist hoch. So kann man beobachten, dass chronisch kranke Menschen oftmals ein unglaubliches Glücksempfinden und einen starken Lebensmut haben, obwohl sie - entsprechend der Auffassung "gesunder Menschen" - doch eher zu klagen hätten. Und es ist nicht naturgegeben, dass körperlich bevorzugte Menschen ständig mit Hochgefühlen durch's Leben gehen.

Und wie verhält es sich mit dem Einfluß unserer Ziele und Visionen und den konkreten Plänen, diese zu erreichen? Längst hat die Wissenschaft, so auch Victor E. Frankl, festgestellt, dass jeder Mensch von Natur aus darauf ausgelegt ist, etwas Sinnvolles oder Zinnstiftendes in oder aus seinem Leben zu machen. Und Sinn in einer Tätigkeit zu finden gehört zu den befriedigendsten Erlebnissen, die wir haben können. Und befriedigende Erlebnisse sind Glücksmomente. Oder ist Glück gleich Zufriedenheit?

Happiness cannot be pursued. It must ensue. Glück ist nichts, was wir verfolgen können. Glück ist etwas, was erfolgt (Victor E. Frankl).

Zum Beispiel erfolgt, indem wir eine Leistung erbringen, die wir uns zu Anfang nicht zugetraut haben. Vielleicht einen Vortrag vor 150 Menschen halten, der freundlich und wohlwollend aufgenommen wird. Und wir uns hinterher, trotz der Anspannung froh und zufrieden füheln.

Oder indem wir eine Arbeit verrichten, die wir lieber verschieben würden. Wie einen unangenehmen Anruf tätigen, mit dem wir negative Gefühle verbinden. Um dann festzustellen, hoppla, es war ja gar nicht so unangenehm. Ich hatte mir das schlimmer vorgestellt. Eigentlich ein ganz umgänglicher Mensch, mein Gesprächspartner. Die Zufriedenheit oder das Glück, die sich aus solchen Handlungen ergibt, stiftet Sinn, macht unser Leben erst sinnvoll. Und vom sinnvollen Leben zur Erreichung von Zufriedenheit und Glück ist der Weg nicht mehr weit.

Möglicherweise fragt sich jetzt die ein oder andere Leserin - und was ist, wenn ich ständig schlechte Erlebnisse habe? Wenn ich mich noch so anstrenge und immer eins auf die Mütze bekomme? Zugegeben, hier den Sinn zu erkennen, ist schwierig. Aber haben wir denn einen Anspruch auf Glück, auf immerwährende Zufriedenheit? Es ist doch vielmehr so, dass zur Sonne auch der Schatten gehört. Ohne diesen würden wir die lebensspendende Kraft der Sonne nicht schätzen. Und umgekehrt. Es sind vielmehr gerade diese Gegensätze, die einander bedingen, um das Leben als sinnvoll zu erkennen.

Arbeit, soziale Kontakte, Visionen und eine gesunde Selbstzentriertheit - ein Mensch, der ein Leben in Balance führt, erkennt diese vier Pole als Eckpfeiler für ein Leben voller Glück und Zufriedenheit. Und er weiß, dass je nach Lebenssituation, der eine oder andere Pol verstärkt oder vernachlässigt werden kann. Dennoch beachtet er eine ausgewogene Gesamtbalance, da es nur so möglich ist, zufrieden und glücklich zu sein.

Siehe weiter oben: Glück kann man nicht verfolgen, es verfolgt.

In diesem Sinne - Ihre Dagmar Charbonnier - DC DentalCoaching, Ettenheim 

Sie können per Mail Kontakt zur Blog-Autorin aufnehmen: mail@dc-dentalcoaching.de